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Ehrung für Kuno Rieke

Braunschweig, 17. Juli 2017 Stadt Braunschweig, Pressestelle

Bürgermeisterin Annegret Ihbe (2.v.r.) zusammen mit Landtagsvizepräsident Klaus-Peter Bachmann (l.), Prof. Gerd Biegel (r.) und dem Enkel, der Enkelin sowie der Schwiegertochter von Kuno Rieke bei der Enthüllung der Persönlichkeitstafel. (Foto: Stadt Braunschweig)
Bürgermeisterin Annegret Ihbe (2.v.r.) zusammen mit Landtagsvizepräsident Klaus-Peter Bachmann (l.), Prof. Gerd Biegel (r.) und dem Enkel, der Enkelin sowie der Schwiegertochter von Kuno Rieke bei der Enthüllung der Persönlichkeitstafel.
(Foto: Stadt Braunschweig)

In der Waterloostraße 14 ist am Samstag, in Anwesenheit des Vizepräsidenten des Niedersächsischen Landtags, Klaus-Peter Bachmann, und Bürgermeisterin Annegret Ihbe eine Persönlichkeitstafel für den ehemaligen Präsidenten des Braunschweigischen Landtags Kuno Rieke (1897 - 1945) aus Anlass seines 120. Geburtstages enthüllt worden. Der in Braunschweig geborene und im Konzentrationslager Dachau verstorbene Rieke lebte in diesem Haus zu seiner politischen Wirkzeit. Es war sein letzter Wohnort in Braunschweig, bevor er 1933 fliehen musste.

Bürgermeisterin Annegret Ihbe unterstrich in Ihrem Grußwort die Wichtigkeit und Bedeutung Riekes: „Rieke war es ein großes Anliegen, im Bereich der Schul- und Bildungspolitik etwas zu bewirken. Dies war nicht zuletzt dem Umstand geschuldet, dass Rieke selber 1919 eine Anstellung als Hilfslehrer an den Braunschweiger Bürgerschulen gefunden hatte. Zudem trug er maßgeblich dazu bei, dass am 1. Februar 1929 das Berufsschulgesetz im Braunschweigen Landtag beschlossen werden konnte. Hierdurch sollte eine Neuorganisation des Braunschweiger Berufsschulwesens eingeleitet werden.

Leben und Werk
Kuno Rieke wurde am 15. Juli 1897 in Braunschweig geboren und war von 1930 bis 1933 Präsident des Braunschweigischen Landtags. Nach der Machtübernahme der NSDAP im Frühjahr des Jahres 1933 und anschließenden Misshandlungen durch die Nationalsozialisten aufgrund seiner politischen Tätigkeit floh Rieke 1933 nach Dänemark. Er kehrte jedoch, auf ein baldiges Ende der Herrschaft der Nationalsozialisten hoffend, zurück. 1935 wurde er schließlich in Berlin verhaftet und in das Konzentrationslager Dachau gebracht. Aufgrund seiner instabilen Gesundheit stellte Rieke 1943 ein Entlassungsgesuch, dem jedoch nicht stattgegeben wurde.

Rieke starb kurz vor Kriegsende und wurde in einem Massengrab beigesetzt. Seit 1932 bis zu seiner Flucht nach Dänemark hatte er in dem Haus Waterloostraße 14 gewohnt.

Stichwort: Persönlichkeitstafeln
Im gesamten Stadtgebiet erinnern seit 2006 Persönlichkeitstafeln an bedeutende Persönlichkeiten. In der internationalen Kulturinformationsfarbe ‚braun’ signalisieren die Tafeln, dass es Wissenswertes zu Baudenkmalen und zu Persönlichkeiten zu entdecken gibt. Im Jahr 2018 werden die Stadt und die Bürgerstiftung bereits die 50. Persönlichkeitstafel aufstellen – ein Zeichen, mit welchem Engagement und Erfolg dieses Projekt in den letzten Jahren von den beiden Partnern vorangetrieben wurde.

Mehr Informationen unter www.braunschweig.de/blik.

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