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In Gliesmarode ist ein weiterer Wohnstandort für Geflüchtete entstanden

Braunschweig, 14. Juli 2017 Stadt Braunschweig, Pressestelle

Ab Montag, 24. Juli, wird ein weiterer Wohnstandort für Geflüchtete in Gliesmarode am Hungerkamp 2 bezogen. Es ist der vierte Wohnstandort für eine dauerhafte Unterbringung durch die Stadt Braunschweig. Im Rahmen eines „Tages der offenen Tür“ können interessierte Bürgerinnen und Bürger das Gebäude besichtigen: am Donnerstag, 20. Juli, von 16 bis 18 Uhr.

Mit diesem Gebäude und den bereits bezogenen Wohnstandorten in Melverode, Bienrode und der Gartenstadt wird den bisher und künftig zugewiesenen Geflüchteten ermöglicht, endlich in ihren eigenen vier Wänden zu leben. Die Wohnungen sind zweckmäßig, lassen den Menschen Privatsphäre und sind von Einrichtung und Gestaltung her so beschaffen, dass sich die Bewohnerinnen und Bewohner auch über einen längeren Zeitraum dort wohlfühlen können. Grundsätzlich sollen sie während der Dauer ihrer Asylverfahren in den dezentralen Wohnstandorten leben und danach nach Möglichkeit den freien Wohnungsmarkt nutzen.

Sozialdezernentin Dr. Andrea Hanke: „Damit sind nun die Wohnstandorte fertig, die derzeit für die Unterbringung von Geflüchteten benötigt werden. Das ist uns sehr zügig gelungen. Weitere Standorte sind im Bau, und sorgen nun erst einmal für Entspannung auf dem Wohnungsmarkt, etwa für Studierende und Menschen mit geringem Einkommen.“

„Unsere Erfahrung in den anderen Stadtteilen mit Wohnstandorten zeigt, dass Vereine und Initiativen die Geflüchteten erfolgreich bei der Integration unterstützen. Viele Braunschweigerinnen und Braunschweiger engagieren sich nach wie vor ehrenamtlich und begegnen der gesellschaftlichen Aufgabe der Integration nicht mit Angst, sondern mit Zuversicht“, so Dr. Hanke weiter.

26 Wohneinheiten für entweder zwei, vier oder sechs Personen bietet das Gebäude in Gliesmarode. Jede Wohnung verfügt über eigene Sanitärräume sowie eine Kochzeile, beides jeweils mit einer Grundausstattung. Die Wohnungen sind mit einfachen, robusten Materialien wie Linoleumböden und gestrichenen Wand- und Deckenflächen ausgestattet. Zehn Quadratmeter stehen jedem Geflüchteten zur Verfügung. Hinzu kommen die Gemeinschaftsflächen von etwa 170 Quadratmeter und ein Innenhof.

Die Wohnstandorte sollen ausgewogen mit Familien mit Kindern, Ehepaaren und Alleinreisenden belegt werden. Die Betreuung der einzelnen Standorte erfolgt durch städtisches Personal. Zunächst ist unter Einbeziehung eines externen Sicherheitsdienstes rund um die Uhr ein Ansprechpartner vor Ort.

Rund 3,1 Millionen Euro zuzüglich 140.000 Euro Erschließungskosten hat der Bau in Gliesmarode gekostet. Durch eine einfache, modulare Bauweise, die Beschränkung auf wenige Materialien und die Minimierung von Erschließungsflächen konnte das Gebäude schnell und mit überschaubaren finanziellen Mitteln fertiggestellt werden.

Es werden nicht alle Gebäude, wie ursprünglich vorgesehen, für die Unterbringung von geflüchteten Frauen und Männern genutzt, da die Zuweisungszahlen derzeit deutlich geringer sind als zuvor erwartet. In 2016 kamen lediglich 434 Personen, für 2017 beträgt die Zuweisungsquote derzeit 492 Personen. Nach Mitteilung der Landesaufnahmebehörde in Braunschweig ist zunächst von einer wöchentlichen Zuweisung von drei bis fünf Geflüchteten auszugehen, weshalb vorerst nur die Standorte Melverode, Bienrode, Gartenstadt und Gliesmarode für die Unterbringung genutzt werden. An den Standorten Ölper und Nordstadt ist studentisches Wohnen vorgesehen, Hondelage und Lamme sollen dem allgemeinen Wohnungsmarkt zur Verfügung stehen. Diese vier Standorte sollen im Frühherbst fertig gestellt werden.

„Die weitere Entwicklung der Situation bleibt abzuwarten“, fügt Sozialdezernentin Dr. Hanke hinzu. „Auf eine erneute Zunahme der Zuweisungen kann aber kurzfristig reagiert werden.“ Das Konzept wurde am 28. März vom Rat der Stadt Braunschweig beschlossen. Es kann unter www.braunschweig.de/fluechtlinge eingesehen werden.

Mit der Fertigstellung des Gebäudes in Gliesmarode sind nun alle bisher zugewiesenen und unterzubringenden Geflüchteten in den Wohnstandorten untergebracht. 100 Personen wohnen aufgrund ihrer besonderen Schutzwürdigkeit in dezentralen Wohnungen, die die Stadt von der Nibelungen Wohnbaugesellschaft angemietet hat. Ein weiterer Personenkreis wohnt bei Verwandten und Bekannten oder hat sich nach Anerkennung selbst mit Wohnraum versorgt.

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