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Wohnstandort in Melverode fertiggestellt

Braunschweig, 13. Februar 2017 Stadt Braunschweig, Pressestelle

Von links: Oberbürgermeister Ulrich Markurth, Sozialdezernentin Dr. Andrea Hanke, Martin Klockgether (Fachbereichsleiter Soziales und Gesundheit), Architekt Hubert Dohle, Wilhelm Eckermann (stv. Fachbereichsleiter Hochbau und Gebäudemanagement) und Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer bei der Vorstellung des Gebäudes in Melverode. (Foto: Stadt Braunschweig / Daniela Nielsen)
Von links: Oberbürgermeister Ulrich Markurth, Sozialdezernentin Dr. Andrea Hanke, Martin Klockgether (Fachbereichsleiter Soziales und Gesundheit), Architekt Hubert Dohle, Wilhelm Eckermann (stv. Fachbereichsleiter Hochbau und Gebäudemanagement) und Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer bei der Vorstellung des Gebäudes in Melverode.
(Foto: Stadt Braunschweig / Daniela Nielsen)

Oberbürgermeister Ulrich Markurth hat heute den ersten dezentralen Standort in der Glogaustraße vorgestellt, der für die Unterbringung von Flüchtlingen vorgesehen ist. Den Medien zeigte er bei einem Rundgang das Gebäude, in das ab dem 21. Februar etwa 70 Menschen aus den Gemeinschaftsunterkünften Saarbrückener Straße und Arminiusstraße einziehen. Dies ist der erste Wohnstandort, der einer dauerhaften Unterbringung von Flüchtlingen durch die Stadt Braunschweig dient.

Markurth erklärte: „Mit diesem Gebäude und den weiteren, die derzeit entstehen, bieten wir den Flüchtlingen, die aktuell in den Gemeinschaftsunterkünften leben, ihre eigenen vier Wände. Die Wohnungen sind zweckmäßig, lassen den Menschen Privatsphäre und sind von Einrichtung und Gestaltung her so beschaffen, dass sich die Bewohner auch über einen längeren Zeitraum dort wohlfühlen können.“ Grundsätzlich sollen die Flüchtlinge während der Dauer ihrer Asylverfahren in den dezentralen Unterkünften leben und danach nach Möglichkeit den freien Wohnungsmarkt nutzen.

26 Wohneinheiten für entweder zwei, vier oder sechs Personen bietet das Gebäude in Melverode. Hinzu kommen die Gemeinschaftsflächen von etwa 170 Quadratmeter und ein Innenhof.  (Foto: Stadt Braunschweig / Daniela Nielsen)

Markurth betonte die große Herausforderung der Integration. Mit dem Bau der Wohnungen durch die Kommune sei die Grundlage gelegt. „Sie muss mit Leben gefüllt werden, von Vereinen und Initiativen vor Ort in den Stadtteilen. Da passiert schon ganz viel, ich bin stolz auf unsere Stadtgesellschaft.“ Er dankte den vielen, die sich ehrenamtlich engagieren und die der gesellschaftlichen Aufgabe der Integration nicht mit Angst, sondern mit Zuversicht begegnen.

26 Wohneinheiten für entweder zwei, vier oder sechs Personen bietet das Gebäude in Melverode. Jede Wohnung verfügt über eigene Sanitärräume sowie eine Kochzeile, beides jeweils mit einer Grundausstattung. Die Wohnungen sind mit einfachen, robusten Materialien wie Linoleumböden und gestrichenen Wand- und Deckenflächen ausgestattet. Zehn Quadratmeter stehen jedem Flüchtling zur Verfügung. Hinzu kommen die Gemeinschaftsflächen von etwa 170 Quadratmeter und ein Innenhof.

Jede Wohnung verfügt über eine Kochzeile mit einer Grundausstattung.  (Foto: Stadt Braunschweig / Daniela Nielsen)

Die Wohnstandorte sollen ausgewogen mit Familien mit Kindern, Ehepaaren und Alleinreisenden belegt werden. Die Betreuung des Standortes erfolgt durch städtisches Personal. Zunächst ist unter Einbeziehung eines externen Sicherheitsdienstes rund um die Uhr ein Ansprechpartner vor Ort.

2,95 Millionen Euro zuzüglich 180.000 Euro Erschließungskosten hat der Bau in Melverode gekostet. „Durch die einfache, modulare Bauweise, die Beschränkung auf wenige Materialien, die Minimierung von Erschließungsflächen und die Möglichkeit der seriellen Vorfertigung konnten wir das Gebäude schnell und mit überschaubaren finanziellen Mitteln fertigstellen“, sagte Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer.

Zwei weitere Unterkünfte in gleicher Größe wie in Melverode entstehen derzeit in Bienrode und in der Gartenstadt. Sie werden bei günstiger Witterung voraussichtlich Anfang März beziehungsweise Ende April 2017 bezugsfertig sein. Fünf weitere Standorte, und zwar in Gliesmarode, Hondelage, Lamme, Nordstadt und Ölper, sollen bis zum Ende des zweiten Quartals 2017 fertig gestellt sein.

Pro Person stehen zehn Quadratmeter zur Verfügung. (Foto: Stadt Braunschweig / Daniela Nielsen)

Es werden nicht alle Gebäude, wie ursprünglich vorgesehen, für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzt, da die Zuweisungszahlen derzeit deutlich geringer sind als zuvor erwartet. In 2016 kamen lediglich 434 Flüchtlinge, für 2017 beträgt die Zuweisungsquote derzeit 492 Personen. Nach Mitteilung der Landesaufnahmebehörde in Braunschweig ist zunächst von einer wöchentlichen Zuweisung von drei bis fünf Flüchtlingen auszugehen. Deshalb werden vorerst nur die Standorte Melverode, Bienrode, Gartenstadt und Gliesmarode für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzt. An den Standorten Ölper und Nordstadt ist studentisches Wohnen vorgesehen, Hondelage und Lamme sollen als Wohnstandorte genutzt werden.

Sozialdezernentin Dr. Andrea Hanke: „Wir können nach wie vor nicht sicher sein, wie sich die Situation entwickelt. Deshalb planen wir vorerst mit nur vier Wohnstandorten für Flüchtlinge, richten uns aber gleichzeitig so ein, dass wir für eine erneute Zunahme der Zuweisungen gerüstet sind.“ Zugleich bietet die derzeit geringe Zuweisungszahl die große Chance, für Entspannung auf dem Wohnungsmarkt zu sorgen, insbesondere für Studenten und Menschen mit geringem Einkommen.

Der Gemeinschaftsraum im Gebäude in Melverode. (Foto: Stadt Braunschweig / Daniela Nielsen)

Das Konzept zur Nutzung der Flüchtlingsunterkünfte wurde bereits in den zuständigen Stadtbezirksräten vorgestellt. Zurzeit erfolgt die Beratung in den Sitzungen der zuständigen Ratsgremien. Der Rat der Stadt Braunschweig wird in seiner Sitzung am 28. März abschließend entscheiden. Das Konzept kann unter www.braunschweig.de/fluechtlinge eingesehen werden.

Derzeit sind etwa 210 Flüchtlinge in den beiden Gemeinschaftsunterkünften in Braunschweig in der Arminiusstraße und in der Saarbrückener Straße untergebracht. 100 Personen wohnen aufgrund ihrer besonderen Schutzwürdigkeit in dezentralen Wohnungen, die die Stadt von der Nibelungen Wohnbaugesellschaft zur Flüchtlingsunterbringung angemietet hat. Ein weiterer Personenkreis wohnt bei Verwandten und Bekannten oder hat sich nach Anerkennung selbst mit Wohnraum versorgt.

Die zurzeit als Gemeinschaftsunterkunft zur Unterbringung von Flüchtlingen genutzte Sporthalle in der Arminiusstraße soll schnellstmöglich dem Schul- und Vereinssport wieder zur Verfügung gestellt werden. Die Gemeinschaftsunterkunft in der Saarbrückener Straße wird weiterhin als Unterbringungsreserve vorgehalten. Die Verwaltung wird flexible Nutzungsmöglichkeiten des Gebäudes in Abstimmung mit dem Vermieter entwickeln.

Alle Standorte werden im Rahmen eines „Tages der offenen Tür“ interessierten Bürgerinnen und Bürgern zugänglich sein. Der Termin in Melverode ist am Donnerstag, 16. Februar, von 16 bis 18 Uhr. Die Termine und Zeitfenster der anderen Standorte werden in gesonderten Pressemitteilungen bekanntgegeben.

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