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Erweiterung Stadthalle & Neubau Kongresshotel

Braunschweig, 08. Februar 2017 Stadt Braunschweig, Pressestelle

Die Ergebnisse der städtebaulichen Machbarkeitsstudie für den Bau eines Kongresshotels an der Stadthalle, verbunden mit einer Erweiterung der Stadthalle selbst, liegen vor und werden heute dem Planungs- und Umweltausschuss vorgestellt. Aus vier eingereichten Entwürfen hat eine Jury unter dem Vorsitz von Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer den Entwurf von KSW Architekten + Stadtplaner (Kellner, Schleich und Wunderling) aus Hannover als beste Lösung ausgewählt. Mit einigen von der Jury geforderten Überarbeitungen sollen die Ergebnisse des Siegerentwurfs bei der anstehenden Stadthallensanierung und einer möglichen zukünftigen Erweiterung sowie beim Hotelneubau berücksichtigt werden und Grundlage für die weiteren Gespräche zur Realisierung des Hotelneubaus sein.

Die Aufgabe

Bei der Zielformulierung für die Studie war großer Wert auf einen sensiblen Umgang mit dem baulichen Bestand der Stadthalle gelegt worden. So sollte u. a. beachtet werden, dass bauliche Erweiterungen im Umfeld der Stadthalle ihre Wirkung als städtebaulicher Solitär, insbesondere vom Bahnhof und vom Ring aus gesehen, nicht in Frage stellen. Darüber hinaus sollten verschiedene, möglichst getrennt entwickelbare Bauabschnitte für die jeweiligen Erweiterungen vorgesehen werden, um eine abschnittsweise Realisierung zu ermöglichen.

Die Ergebnisse

„Der Entwurf von KSW ging aufgrund seiner städtebaulichen Qualitäten und der guten Umsetzbarkeit als bester Entwurf aus dem Verfahren hervor“, erläutert Stadtbaurat Leuer. „Besonders vorteilhaft ist auch, dass sämtliche Nutzungen getrennt voneinander entwickelt werden können.“

Die Teilnehmer hätten unter Beachtung der vorgegebenen Rahmenbedingungen für die Entwicklung des Grundstücks sehr unterschiedliche städtebauliche Arbeitsansätze verfolgt, so Leuer weiter. Das Spektrum reiche von einer flächigen Unterbringung der benötigten Baumassen (Büro Reichel + Stauth) bis hin zur Planung eines zehngeschossigen Hotelturms (Büro Welp von Klitzing). Der Stadtbaurat: „In allen Arbeiten werden durch die unterirdische Unterbringung des ruhenden Verkehrs attraktive öffentliche Platzflächen geschaffen. Dies wurde sehr positiv bewertet.“

Nach Überzeugung der Jury wird mit dem Siegerentwurf (Grafik in der anhängenden Gremienmitteilung 17-03812) ein guter Übergang zur nördlich angrenzenden, gründerzeitlichen Bebauung geschaffen. Eine geplante straßenbegleitende Bebauung in Richtung Leonhardstraße nimmt die Richtung der vorhandenen Baufluchten auf. In dem fünf- und achtgeschossigen Gebäudekomplex an der Leonhardstraße wird das Hotel mit 175 Zimmern untergebracht.

Zwar wird mit der geplanten Bebauung an der Leonhardstraße ebenfalls die solitäre Wirkung der Stadthalle von Norden eingeschränkt. Dies wird aber durch die Planung des großen, zum Ring hin orientierten öffentlichen Platzes kompensiert.

Für dessen Gestaltung als reiner Landschaftsplatz wurde von der Jury eine Überarbeitung empfohlen.

Die Qualität der Außenflächen mit Nutzungsmöglichkeiten für Hotel und Stadthalle wurde positiv hervorgehoben. Die Stadthalle wird in dem Entwurf in Richtung Ottmerstraße um einen möglichen zusätzlichen Saal mit den geforderten 800 Plätzen und um sechs Tagungsräume in geforderter Größe erweitert. Das polygonale System und die Höhen der Stadthalle werden dabei berücksichtigt und weitergeführt. Die zusätzlichen Tagungsräume sind allerdings nur möglich, wenn das vorhandene Restaurant in der Stadthalle überplant würde. Zusätzlich zum gewünschten Raumprogramm werden in einem dreigeschossigen Gebäuderiegel entlang der Straße An der Stadthalle über dem Parken im Erdgeschoss 24 Wohnungen untergebracht.

Die geplante Wohnnutzung wurde von den Preisrichtern an diesem Standort allerdings kritisch bewertet. Sie schlugen vor, eine andere Nutzung vorzusehen.

Parkmöglichkeiten werden in einer Tiefgarage mit drei Ebenen vorgehalten. Insgesamt werden so 610 Einstellplätze geschaffen, die den Bedarf sowohl für die vorhandenen als auch für die geplanten Nutzungen abdecken. Das bisherige Parkdeck wird nach diesem Konzept abgerissen.

Die Entwürfe des Büros Kiefer + Kiefer und des Büros Reichel + Stauth bleiben nach Auffassung der Jury hinter dem Siegerentwurf zurück. Kritisch angemerkt wurde, dass die Stadthalle aufgrund der Ausformung der geplanten Bebauung nicht mehr als Solitär wahrgenommen werden kann und sich die Tagungsräume und der dritte Saal schlecht zeitlich versetzt realisieren lassen.

Der Entwurf des Büros Welp von Klitzing wurde umfassend diskutiert, da mit der Stellung des geplanten Hotelturms nah an dem Stadthallengebäude und der Schaffung einer großzügigen Freifläche davor die solitäre Wirkung der Stadthalle gut unterstrichen wird. Der in dem Zusammenhang entstehende große öffentliche Platz wurde außerhalb der eigentlichen Kernstadt eher kritisch gesehen.

So geht es weiter

Der Rat hatte am 21. Juli 2015 dem Verkauf eines ca. 2.400 m² großen Grundstücks an die Volksbank zur Errichtung eines Hotels zugestimmt. Auf der Grundlage des überarbeiteten Siegerentwurfes sollen die Verhandlungen zum Verkauf eines Teils des Stadthallengrundstücks nun fortgeführt we-den, wobei sich durch die Studie möglicherweise Modifikationen in Größe und Zuschnitt ergeben.

Der Siegerentwurf ist im Bereich des Hotels und hinsichtlich der Platzgestaltung noch zu überarbeiten. So ist, wie von der Jury empfohlen, eine andere Nutzung vorzusehen. Darüber hinaus sollte, auch aus baurechtlichen Gründen, die geplante Achtgeschossigkeit am Leonhardplatz in Anpassung an die vorhandene Bebauung auf sechs Geschosse reduziert werden.

Das Grundstück der Stadthalle liegt nicht im Bereich eines rechtskräftigen Bebauungsplanes. Die Einleitung eines Bauleitplanverfahrens wird auf dem städtischen Grundstück nicht für notwendig erachtet, da die Voraussetzungen des § 34 Baugesetzbuch mit dem Entwurf an dem Standort erfüllt sind. Bei der anstehenden Stadthallensanierung und -erweiterung sowie beim Hotelneubau sollen die Arbeitsergebnisse des Siegerentwurfes berücksichtigt werden.

Hintergrund

Für einen Teil des derzeitigen Stadthallengrundstücks ist schon seit längerer Zeit ein Kongresshotel mit mindestens 170 Zimmern geplant. Dafür soll ein eigenes Grundstück herausparzelliert werden. Im Zuge der Planung wurde ein möglicher Erweiterungsbedarf der Stadthalle überprüft. Daraus ergab sich, dass die Stadthalle im Zuge ihrer Sanierung um sechs variable Tagungsräume und gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt um einen Saal mit 800 Plätzen erweitert werden soll.

Aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen wurde wegen der gegenüber dem ersten Entwurf veränderten Ansprüche an das Grundstück entschieden, eine städtebauliche Machbarkeitsstudie zu erarbeiten. Ziel der Studie sollte es sein, städtebaulich verträgliche Lösungen für die Unterbringung aller gewünschten Nutzungen auf dem Grundstück sowie des derzeit dort befindlichen und des zusätzlich erforderlichen ruhenden Verkehrs zu erarbeiten. Es galt zu überprüfen, inwieweit sich das veränderte Nutzungsprogramm auf der zur Verfügung stehenden Fläche realisieren lässt.

Die Büros im Wettbewerb

  • Reichel + Stauth, Braunschweig,
  • Welp von Klitzing, Braunschweig,
  • KSW Architekten + Stadtplaner, Kellner, Schleich und Wunderling, Hannover,
  • Kiefer + Kiefer, Sarstedt.

Die Jury

Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer (Vorsitz), Prof. Uwe Brederlau (Institut für Städtebau und Entwurfsmethodik der TU Braunschweig), Stefan Lemke (Geschäftsführer der Stadthalle Braunschweig GmbH) sowie weitere Vertreterinnen und Vertreter der Verwaltung.

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